Von Slicern und Quellcode: Mein Software-Stack für den 3D-Druck
Nachdem die Hardware meines Ender 3 Custom Builds durch den Sprite Extruder Pro und das SKR Mini E3 V3 Board steht, möchte ich heute über die Software-Seite sprechen. Ein modifizierter Drucker ist nur so gut wie der G-Code, mit dem er gefüttert wird, und die Firmware, die diesen verarbeitet.
Der Weg zum richtigen Slicer
Zu Beginn nutzte ich den Creality Slicer. Er ist ein solider Einstieg, basiert aber auf einer älteren Version von Cura und ist in seinen Möglichkeiten limitiert. Der Wechsel zum echten UltiMaker Cura war der erste große Sprung.
- Warum Cura? Die Fülle an Plug-ins und die präzise Kontrolle über Parameter wie Tree Support und weitere sind für komplexe Drucke unerlässlich.
- Integration: In Cura konnte ich spezifische Start-G-Codes für mein Auto-Bed-Leveling (G29) und das Vorheizen hinterlegen.
Mittlerweile führt für mich jedoch kaum ein Weg am Orca Slicer vorbei. Er bietet integrierte Kalibrierungstests für Flow-Rate und Pressure Advance, was das manuelle Erstellen von Test-Files überflüssig macht. Die Anbindung an meinen Raspberry Pi 3 mit OctoPrint ist dabei nahtlos integriert.
Marlin: Das Gehirn der Hardware
Da mein Ender 3 durch das BTT SKR Mini E3 V3.0 und den CR-Touch keine Standard-Maschine mehr ist, reicht eine fertige Firmware nicht aus. Ich setze auf Marlin, da es mir die volle Kontrolle über die Hardware-Ressourcen gibt.
- Anpassungen: Nur durch das Selbstkompilieren konnte ich Funktionen wie
BABYSTEPPINGfür die Z-Offset Live-Anpassung oder optimierte Thermistor-Tabellen für den Sprite Extruder aktivieren.
Entwicklungsumgebung: VS Code + PlatformIO
Die Firmware erstelle ich nicht in einer einfachen IDE, sondern mit professionellen Werkzeugen:
- Visual Studio Code (VS Code): Mein Standard-Editor für technische Dokumentationen und Code.
- PlatformIO IDE: Das Herzstück in VS Code, um die Marlin-Sourcen für den STM32-Chip des SKR Mini Boards zu kompilieren.
- Auto Build Marlin: Dieses Add-on erkennt automatisch die richtige Umgebung für das Board und vereinfacht den Build-Prozess erheblich.